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20 Jahre „Object of Desire“ Interview mit Volker Katschinski

Interview mit Volker Katschinski

Abseits aller kommerziellen Projekte hasich dan pearlman eine Spielwiese als Ort der kreativen Entfaltung und Freiheit geschaffen, genannt Objects of Desire (OODs). Die Ideen entstehen spontan, schnell und – auch in ihrer Umsetzung – ohne Anspruch auf Perfektion oder Funktionalität. Das klare Motto für die Selberbastler: “lifestylemoney can’t buy”. Alle Baupläne werden jeden Monat im Lifestylemagazin H.O.M.E. veröffentlicht. 

Volker Katschinski, Mitgründer und Kreativdirektor der dan pearlman Group, prägt die Designreihe nun schon seit 20 Jahren mit seiner kreativen HandschriftNeben seinen Haupttätigkeiten bieten ihm die Objects of Desire eine Plattform für völlig freies kreatives Denken und Designenohne sich oder seine Arbeit dabei zernst nehmen zu müssen. Im Interview gibt Volker einen Einblick hinter die Kulissen der Designreihe und verrät unter anderem, was Kreativität für das Projekt und ihn persönlich bedeutet und welchen Stellenwert dabei Humor besitzt 

Volker, wie kommst du eigentlich auf die Ideen für mögliche Objects of Desire? 

Für einen Kreativen ist es immer schwieriger alle Freiheiten zu haben als innerhalb von klaren Rahmenbedingungen zu arbeiten. Darum haben wir für uns drei wesentliche Parameter definiert: Erstens wird die Idee für das OOD immer von dem übergeordneten Thema der jeweiligen Ausgabe der H.O.M.E abgeleitet. Zweitens muss das Object für jeden nachzubauen sein. Es ist nur ein bisschen Geschick notwendig, aber kein HandwerksmeisterbriefDas OOD ist auf gar keinen Fall ein weiterer „Basteltipp“! Und zuletzt ist es immer eine Mischung aus DIY, Kunst- und Designobjekt, ironischem Kommentar und hat eine gute Portion Humor!“  

Was inspiriert dich dabei? 

Es gibt verschiedene Einflugschneisen! Häufig spielen wir im Team mit Worten und erstellen eine Mindmap rund um das jeweilige Thema. Da ist es schon oft vorgekommen, dass wir als aller erstes den Namen für das Object gefunden haben und daraus hat sich dann alles weitere ergeben. Manchmal sind es aber auch einfache Materialien oder Alltagsgegenstände. Wir besorgen uns dann jede Menge „Spielmaterial“, das aus dem Kosmos des Themas stammt, Haushaltsschwämme, Bleistifte, Wäscheklammern, Kaffeerührstäbchen und noch viel mehr. Dann geht’s los. Jetzt wird wild herumexperimentiert. Wie verhält sich das Material, woher kommt die Ästhetik, wie bringen wir die Story rüber? Und wir haben immer im Kopf, dass es am Ende nur ein einziges Foto von dem Object geben wird, dass die ganze Idee transportieren muss.   

Was bedeutet Kreativität für dich? 

Kreativität ist für mich der Grund morgens aufzustehen und abends zufrieden einzuschlafen. Kreativität ist für mich eine Haltung, mit der ich durchs Leben gehe. Kreativität ist der göttliche Funke, mit dem wir alle auf die Welt gekommen sind. Kreativität ist die Fähigkeit, in allem eine Chance zu sehen. Eine Welt voller Möglichkeiten, da kann der unaufgeräumte Schreibtisch zu einem fantastischen Modell einer Stadt mutieren oder der U-Bahnplan zu einem Garderobenständer. Spielen, Träumen und Zufälle provozieren sind kostbare Fähigkeiten, die nur schwerlich von künstlicher Intelligenz ersetzt werden können.“  

Wie wichtig ist dir dabei freies Designen? 

Freie Kreativarbeit jenseits von Projekten ist eine tolle Spielwiese, eine echte Akkuladestation. Es tut gut, ab und zu „auszurasten“, Dinge zu verrücken und auf den Kopf zu stellen und sich und seine Arbeit nicht zu ernst zu nehmen. Aber manchmal werden diese kleinen Fingerübungen dann auch wieder zu Impulsen für große Projekte!   

Welche Rolle spielt Humor, der Wow-Effekt, die Magie im Prozess der OOD Produktion?   

Seit 20 Jahren entwickele ich jetzt schon jeden Monat ein neues Object of Desire, aber die Faszination wie aus einem initialen Gedanken am Beginn des Prozesses innerhalb von wenigen Tagen, wie in Zeitraffer ein fertiges Objekt entsteht, das hat für mich nicht an Faszination verloren. Ich bin süchtig nach diesen schöpferischen Momenten! 

Hast du einen Favoriten unter den OODs, oder ein Projekt, das besonders viel Spaß gemacht hat?  

Die Geschichte der OODs ist ja schon sehr lang. Als wir begonnen haben, gab es DIY noch gar nicht. Toll war es natürlich immer, wenn wir ein großes Echo auf die Objects of Desire bekommen haben. So hat zum Beispiel die englische Zeitung SUN über unsere FOODOO Puppe, also eine Fußball Voodoopuppeberichtet. Dort wurde dann sogar geschrieben, dass die Deutschen die englische Mannschaft verhexen wollen.

Danke Volker, wir freuen uns auf viele weitere Jahre voller Kreativität, schöpferischer Momente und spannendeObjects of Desire!  

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