Wie Nicole Srock.Stanley eine der prägendsten Erfolgsformeln des Retail entwickelte
Es gibt Ideen, die den Handel verändern. Und es gibt Formeln, die eine ganze Branche neu denken lassen. „Mehr Erlebnis pro Quadratmeter“ gehört zweifellos dazu.
Was heute als selbstverständlich gilt und von Handelsunternehmen, Retail-Experten und Beratungen gleichermaßen verwendet wird, lässt sich ganz direkt bis in das Jahr 2014 zurückverfolgen. Erdacht wurde die griffige Formel von Nicole Srock.Stanley, Gründerin und CEO von dan pearlman, und seit mehr als 25 Jahren Retail Expertin.
Zu einer Zeit, als die Retailbranche mehrheitlich noch in „Umsatz pro Quadratmeter“ dachte und nahezu ausschließlich in der klassischen Kennzahl operierte, brachte Nicole Srock.Stanley die Botschaft auf den Punkt und formulierte, „Wer nur auf Umsatz pro Quadratmeter optimiert, wird nicht am Markt bestehen, es lebe das Erlebnis pro Quadratmeter“.
Heute – mehr als zehn Jahre später – ist ihre Idee aktueller, denn je und hat sich in der Branche als relevante, wissenschaftliche Erkenntnis durchgesetzt.
Wie die Erfolgsformel geboren wurde – ein Blick zurück: Vom Umsatz zum Erlebnis
„Handel ist Wandel“ lautet das berühmt, berüchtigte Zitat der Branche und ja, auch mehr als zehn Jahre zurück, war die Transformation des Retail voll im Gange. Der stationäre Handel stand mit dem rasanten Wachstum des E-Commerce und der weiten Verbreitung der Smartphones vor großen Umbrüchen. Schon damals wurde deutlich, dass stationäre Geschäfte künftig mehr bieten müssen als Warenpräsentation und Verkaufsfläche. Absehbar war, dass alles, was online gekauft werden konnte, auch tatsächlich durch die Konsumenten online gekauft würde und der entsprechende Umsatz in den Onlinehandel abwandern würde. Demgegenüber musste der stationäre Handel punkten und sich künftig zu einem Ort wandeln, der mit sorgfältig kuratierten Produkten, einer Kennerschaft seiner Kunden, mit Community-Events und Services begeisterte und allen voran, dass einmalig Erlebnis mit Wow-Effekt bot – eines, dass die Kunden wertschätzten und mehr noch wiederholen wollten. Keine leichte Aufgabe und bis heute ein Prozess, der viele Retailbrands um die richtige Mischung aus Online, Offline, Multichannel und das besondere Erlebnis auf allen Kanälen ringen lässt.
Bereits 2014 lautete Nicoles Fazit: Nicht Umsatz pro Quadratmeter entscheidet künftig über den Erfolg eines Stores – sondern das Erlebnis pro Quadratmeter.
Die Formel Erlebnis pro Quadratmeter beschreibt dabei weit mehr als ein Marketingversprechen. Sie versteht den physischen Raum als Bühne für Marken, Begegnungen, Emotionen und Community – und damit als den entscheidenden Wettbewerbsvorteil des stationären Handels.
Damit entstand bereits 2014 ein Perspektivwechsel, der bis heute die Entwicklung von Brand Spaces, Experience Stores, Flagship-Konzepten und modernen Handelsformaten prägt. Später wurde Retail und Entertainment auch in Deutschland immer mehr als Retailtainment zusammengedacht. Konsequenterweise wurde etwa zehn Jahre später auch die erste Erlebnis-Shopping-Mall Deutschlands bei dan pearlman entwickelt. Mit dem Loop5 bei Frankfurt wurde Realität, dass Attraktionen der Freizeitindustrie vom Freefalltower bis Zipcoaster eine bestehende Shopping Mall beeindruckend ergänzen und die Mall selbst zum Freizeiterlebnis wird. Das Loop5 ist die konsequente Weiterentwicklung des Erlebnisshopping Ansatzes von Nicole Srock.Stanley.
Eine Formel, die die Branche geprägt hat
Bemerkenswert ist, wie stark sich die Idee in den vergangenen Jahren im Retail etabliert hat. Retail-Experten und Branchenkenner griffen die Formel auf und trugen sie in Vorträgen, Interviews und Fachpublikationen weiter. Auch Institutionen wie die BBE Handelsberatung verwenden „Erlebnis pro Quadratmeter“ heute als Management- und Bewertungsmodell für den stationären Handel.
https://www.bbe.de/de/aktuelles/publikationen/erlebnis-pro-quadratmeter-warum-die-neue-wahrung-des-stationaren-handels-nicht-mehr-umsatz-sondern-relevanz-ist/
Dass eine ursprünglich visionäre Idee heute zum festen Bestandteil des Retail-Diskurses geworden ist, unterstreicht ihre nachhaltige Wirkung.
Fazit und Blick nach Vorn
Was als Gegenentwurf zur klassischen Kennzahl „Umsatz pro Quadratmeter“ begann, hat sich in den vergangenen mehr als zehn Jahren zu einer einflussreichen Denkweise im modernen Retail entwickelt. In einer Zeit, in der Marken um Aufmerksamkeit, Relevanz und emotionale Bindung konkurrieren, besitzt die Formel heute vielleicht mehr Bedeutung denn je: Erfolgreicher Handel entsteht dort, wo jeder Quadratmeter zum Erlebnis wird. Die Formel „Erlebnis pro Quadratmeter“ dient heute als strategisches Leitbild des stationären Handels.
Und selbstverständlich darf dem vielzitierten „Handel ist Wandel“ zumindest mit Blick auf die künftigen Herausforderungen des stationären Handels immer noch zugerufen werden: Nur Mut & Mehr Erlebnis pro Quadratmeter!
Quellen
Foto: (c) Bikini Berlin, Flower Installation by Rebecca Louis Law