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Drei Fragen an… Jörg Schneider News

Jörg Schneider als Referent bei der ZooDesign Conference in Wroclaw

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Jörg Schneider, Projektmanager mit landschaftsarchitektonischem Background, ist seit seiner Kindheit von Zoos fasziniert. Bei dan pearlman ist er der Ansprechpartner bei allen Fragen rund ums Tier. Am Donnerstag hält er einen Vortrag bei der ZooDesignConference in Wroclaw.

Jörg, du bist seit drei Monaten Projektmanager bei dan pearlman. Wie fühlt sich die neue Herausforderung an?
Ich bin inzwischen seit 10 Jahren bei dan pearlman und hatte auch als Projektarchitekt der Landschaftsarchitektur einen eher inhaltlichen Fokus. Seit Januar hat sich meine Perspektive verändert. Plötzlich geht es darum, das gesamte Projekt im Blick zu haben und zu verantworten. Selbstorganisation spielt eine viel größere Rolle. Neben der Zeit- und Ressourcenplanung gehört es nun auch zu meinen Aufgaben, ein Team zu leiten und den Erwartungen der Bauherren gerecht zu werden. Der Rollenwechsel gefällt mir gut.

Was fasziniert dich so an Zooarchitektur?
Mich interessiert das Zusammenspiel von Landschaft und Tier im Zoo besonders und es macht mir Freude, spannende Naturlandschaftsgehege zu gestalten und so sehr wie möglich an die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart anzupassen.
Interessant ist, dass die Tiere, da sie im Zoo gefüttert werden und z.B. nicht jagen müssen, ab einer bestimmten Mindestgehegegröße häufig keine Schwierigkeiten mit der beschränkten Fläche haben. Sie sehen es als ihr Revier an. Auch in freier Wildbahn stoßen sie ja an Grenzen des Territoriums.
Dennoch wollen wir den Tieren natürlich auch auf kleiner Fläche möglichst die Strukturen bieten, die sie in der Natur vorfinden würden. Wir planen also immer vielfältige Versteck- und Rundlaufmöglichkeiten, Aussichtspunkte und Kletterbäume ein und versuchen durch Wasserläufe, Wühlstellen oder verschiedene Bodenbeläge den Tieren so viel Abwechslung wie möglich zu bieten. Die landschaftliche Gestaltung soll sie anregen und fördern.

Morgen reist du gemeinsam mit Kieran zur ZooDesignConference nach Wroclaw. Worüber werdet ihr sprechen?
Kieran wirft gleich am ersten Tag einen übergeordneten Blick auf die Evolution der Zoos und die Rolle, die Design spielt.
In meinem Vortrag geht es um Details bei der Gehegeplanung. Es geht u.a. um die Frage, wie man es schaffen kann, lebende Pflanzen so in die Anlagen zu integrieren, dass sie den Tieren dienen. Häufig sehen die Gehege im Zoo natürlich aus, sind es aber nicht, da z.B. echte Pflanzen vor Verbiss oder anderen Schädigungen gesichert werden. Die Pflanzen sind dann nur Teil der Kulisse. Bei der Affen-Anlage im Erlebnis-Zoo Hannover, die im Sommer eröffnen wird, haben wir echte, besonders robuste Pflanzen, Totholzelemente und auch Baumnachbildungen so miteinander kombiniert und durch Lianen verbunden, dass die Affen alle Elemente in ihrem Gehege nutzen können. Die ausgewählten Gehölzarten verfügen über bestimmte Eigenschaften, sind z.B. ungenießbar, aber nicht giftig, unempfindlich gegen Verbiss, starkwüchsig, biegsam, robust und/oder stickstoffverträglich aufgrund der Belastung durch den Urineintrag der Tiere. Auch das ist Behavioural und Environmental Enrichment.